Familienbuch Euregio

Ferdinand Porsche
* 03.09.1875 rk Maffersdorf    + 30.01.1951 Stuttgart
Beruf: Unternehmer, Automobilkonstrukteur 
[Hilgers] [Wikipedia] Ferdinand Porsche, *03.09.1875 in Maffersdorf, Böhmen, †30.01.1951 in Stuttgart, war ein österreichischer, tschechoslowakischer und deutscher Automobilkonstrukteur und Gründer der Firma Porsche in Stuttgart. Er wurde als drittes Kind des Spenglers Anton Porsche geboren. 1903 heiratete Porsche Aloisia Johanna Kaes aus Purschau bei Tachau. Ein Jahr später, 1904, wurde das erste Kind, Tochter Louise, geboren, 1909 kam Sohn Ferry zur Welt. 1918 wurde er zur Erhebung in den Adelsstand vorgeschlagen; aufgrund des Endes der Habsburgermonarchie kam es nicht mehr zu einer Entscheidung. Porsche eröffnete am 1. Dezember 1930 ein Konstruktionsbüro, das am 25. April 1931 als „Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH, Konstruktionen und Beratung für Motoren und Fahrzeuge“ mit Sitz in der Stuttgarter Kronenstraße 24, im Register für Gesellschaftsfirmen eingetragen wurde. Im Jahr 1934 legte Ferdinand Porsche auf Drängen Hitlers die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit ab und nahm die deutsche an. Porsche wurde 1937 Mitglied der NSDAP. Als SS-Oberführer wurde er Ende Januar 1942 in die Allgemeine SS übernommen, was ihn nicht daran hinderte, bei allen Anlässen in Zivil gekleidet zu sein. Außerdem wurden ihm 1942 das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse und im März 1944 der Totenkopfring des Reichsführers SS verliehen. Porsche, 1939 zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, engagierte sich stark in der Kriegsindustrie. Später wurde er in den Rüstungsrat berufen. Als Hitlers Lieblingsingenieur war er unter anderem an der Entwicklung des Panzerkampfwagen VI Tiger beteiligt. Für den weiteren Ausbau des Werkes im Krieg als Rüstungsbetrieb forderte Porsche im Oktober 1941 als einer der ersten Wirtschaftsführer beim Reichsführer SS Heinrich Himmler persönlich sowjetische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter an. 1942 bestellte er bei Hitler selbst KZ-Häftlinge zum Bau einer neuen Leichtmetallgießerei bei VW. Unvollständigen Listen zufolge kamen in Wolfsburg etwa 500 Kriegsgefangene, Verschleppte und KZ-Häftlinge ums Leben. In Rühen, nahe den VW-Werken, ließ die Betriebsleitung, also auch Porsche, eine „Ausländerkinder-Pflegestätte“ für die Kinder der Zwangsarbeiter errichten – wie es Fritz Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz angeordnet hatte. Hunderte Kinder starben, kaum eines überlebte. Am 10. Juni 1949 füllte Porsche seinen Meldebogen für das Entnazifizierungsverfahren aus. Nach der Einstellung seines Verfahrens vor der Zentralspruchkammer Nord-Württemberg am 30. August 1949, wodurch für ihn die Verfahrenskosten in Höhe von rund 37.000 DM entfielen, kam Porsche aus Österreich zurück nach Stuttgart. Die Verstrickungen Porsches mit dem NS-Regime werden unterschiedlich beurteilt. 
Eltern: Anton Porsche und NN NN
Link: Ferdinand Porsche in Wikipedia
Aloisia Johanna Kaes
* 1878 rk Purschau    + 1959
[Hilgers] [Wikipedia] Ferdinand Porsche heiratete 1903 Aloisia Johanna Kaes, *1878, +1959, aus Purschau bei Tachau.
Link: Familie Porsche in Wikipedia
  1903
[Hilgers] [Wikipedia] Ferdinand Porsche heiratete 1903 Aloisia Johanna Kaes.  
2 Kinder
Louise Porsche
* 29.08.1904 rk Wiener Neustadt    + 10.02.1999 Zell am See
Beruf: Unternehmerin 
[Hilgers] [Wikipedia] Louise Porsche, *29.08.1904 in Wiener Neustadt, +10.02.1999 in Zell am See, war eine österreichische Unternehmerin. Sie war die Tochter von Ferdinand Porsche. 1928 heiratete sie den Wiener Rechtsanwalt Anton Piëch, der unter anderem von 1941 bis 1945 einer der drei Hauptgeschäftsführer der Volkswagenwerk GmbH war. Sie hatten zusammen die drei Söhne. Auf Initiative von Louise Piëch wurden im Oktober 1943 die nach Österreich ausgelagerten Firmenteile der Porsche KG Stuttgart auf sie und ihren Mann übertragen und in eine neu gegründete Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H. mit Sitz in Gmünd in Kärnten eingebracht. Anton Piëch war bis dahin mit 10 % und Louise Piëch mit 5 % an der Porsche KG beteiligt. Die restlichen in Österreich verbliebenen Vermögensteile der Porsche KG wurden 1947 in die Porsche-Konstruktionen GmbH mit ihrem Werk Gmünd eingebracht. Der Firmensitz wurde nach Salzburg verlegt; Geschäftsführer war neben Louise Piëch auch ihr Bruder Ferry Porsche. Aus der Porsche-Konstruktionen GmbH ging schließlich die heutige Porsche Holding hervor. Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes 1952 leitete sie bis 1971 die Porsche Holding in Österreich. Das Unternehmen war bis 2011 im Besitz der Familien Porsche und Piëch und unter anderem aufgrund eines Abfindungsvertrages mit dem Volkswagenwerk von 1948 Generalimporteur von Volkswagen und Porsche für Österreich. Die Porsche Holding war bis 2011 das größte Privatunternehmen in Österreich und ist nunmehr eine 100 %-Tochter der Volkswagen AG.
∞ Stuttgart mit Anton Piëch
Link: Louise Piëch in Wikipedia
Ferry Porsche
* 19.09.1909 rk Wiener Neustadt    + 27.03.1998 Zell am See
Beruf: Unternehmer, Ingenieur 
[Hilgers] [Wikipedia] Ferdinand „Ferry“ Anton Ernst Porsche, *19.09.1909 in Wiener Neustadt, †27.03.1998 in Zell am See, war ein deutsch-österreichischer Unternehmer und Ingenieur. Er kam als einziger Sohn des Automobilkonstrukteurs Ferdinand Porsche zur Welt. Während seine Schwester Louise den Wiener Anwalt Anton Piëch heiratete und in Österreich blieb, lebte Ferry überwiegend in Stuttgart. 1931 trat Ferry als Mitarbeiter in das von seinem Vater neu gegründete Konstruktionsbüro ein. Im Dezember 1938 bewarb sich Porsche um eine Mitgliedschaft in der SS. Am 1. August 1941 wurde er im Range eines Untersturmführers in die SS aufgenommen. 1940 wurde er stellvertretender Leiter des Unternehmens und 1944 Geschäftsführer. Aufgrund zunehmender Luftangriffe veranlasste Ferry Porsche 1944 die Verlagerung großer Teile des Konstruktionsbüros nach Gmünd in Kärnten, wo er nach kurzer Inhaftierung im Juli 1946 mit der Entwicklung des 356 Nr. 1 Roadster begann. Ferry Porsches bedeutende Leistung besteht in der Weiterentwicklung des Porschewerkes seines Vaters zu einem Automobilproduktionsunternehmen. Die Firma Porsche baut bis heute Sportwagen von Weltruf, unter anderem seit 1963 die Modelle des Typs 911, deren Linien Ferrys Sohn Ferdinand Alexander zeichnete. Ferry Porsche war bis zum Rückzug der Familie Porsche aus der operativen Unternehmensleitung im Jahr 1972 Geschäftsführer der Dr. Ing. h. c. F. Porsche KG. Anschließend leitete er den Aufsichtsrat und war bis zu seinem Tod am 27. März 1998 Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats. Außerdem war er gemeinsam mit seiner Schwester Louise Eigentümer der Porsche Holding in Salzburg, deren Hauptgeschäft noch heute der Handel mit Fahrzeugen der Marken Volkswagen und Audi, sowie derer Töchter ist. Ferry Porsche war seit 1935 bis zu deren Tod mit der Stuttgarterin Dorothea Reitz verheiratet. Ihre vier Söhne wurden evangelisch getauft, da Dorothea Porsche evangelischen Glaubens war. Die Gräber Ferry Porsches und seiner Frau befinden sich in Zell am See, wo ihre Urnen in der Hauskapelle des Schüttgutes beigesetzt sind.
mit Dorothea Reitz

 
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