Familienbuch Euregio

Franz Joseph Varnhagen
* 21.03.1761 rk Düsseldorf    + 1815
Franz Anton Varnhagen 
Beruf: Sprachlehrer 
[IGI] [Taufbuch] Düsseldorf, St. Lambertus, rk, Franciscus Josephus Varnhagen, *21.03.1761, Sohn von Joannes Bernardus Varnhagen und Antonetta Amalia Heyraht 
[Biografie] Varnhagen Gesellschaft, Dr. Nikolaus Gatter, Franz Anton Varnhagen (um 1758–1815), Ehemann von Maria Varnhagen, Sohn von Johann Bernhard Friedrich Varnhagen und Antonetta (Antonia Amalie) Hayrath. Franz Anton Varnhagen war holländischer Major, Professor der schönen Wissenschaften an der Universität Köln (angeblich noch von Ferdinand Franz Wallraf eingestellt, kurz bevor die Universität aufgehoben wurde, nach anderen Informationen war der Titel Professor stark übertrieben und er sei eher als "Sprachmeister" bzw. "ludi magister" anzusehen), Gründer einer Privatschule, die zeitweise in Köln und Aachen existierte, jüngerer Bruder des Johann Jacob Andreas Varnhagen, nach Aufhebung der Universität in Köln als Sprachlehrer, 1812 und 1814 erhielt seine Nichte Rosa Maria Varnhagen in Hamburg zwei Briefe von ihm, einen aus Aachen und einen aus Düsseldorf, versucht im Sommer 1814 eine Schule in Düsseldorf oder in Elberfeld zu gründen, stirbt aber im Sommer oder Herbst 1815. Die beiden Brüder Varnhagen hatten noch eine Schwester Eleonore (1752–1814), sie lebte (nicht als Nonne) im Kloster Rheinberg, wo sie schlecht behandelt und wie es scheint, eingemauert und ausgehungert wurde. Nach einer Episode in Karl August Varnhagens Denkwürdigkeiten sei der Onkel Franz mit französischer Gendarmerie dort erschienen und habe sie herausgeholt. Sie lebte am Ende in einem Stift in Köln. 
[Akte] Historisches Archiv der Stadt Köln, fol. 215v-216v: Sitzung des Rats, 6.11.1793, ... Auf das Memorial des F.A. Varnhagen vom 14. Oktober und den Bericht der Kommission Ernennung des Varnhagen als Professor ohne Gehalt für auswärtige Sprachen und Aufnahme ins Vorlesungsverzeichnis der Universität 
[EWO] Einwohnerliste Köln 1801, Haus N° 5854, Vor St. Agathe/Schildergass, N° 757, Franz Varnhagen, 37 Jahre alt, Sprachlehrer, seit 1788 in Köln ansässig, aus Düsseldorf, Ehemann von Henrietta Schaubertius 
[AachenCasino] N° 30, F. Varnhagen, 1805 "F. Varnhagen der ehemaligen Kölnischen Universität der auswärtigen Sprachen Professor, wohnhaft Dahmengraben Nr. 460", Eintritt 16.1.1806, ausgeschieden vor 1.7.1809
Eltern: Johann Bernhard Varnhagen und Antonetta Amalia Heyrath
Casinogesellschaft Aachen
Maria Anna Schubert
* 1765 rk    
Antonettae De Schuback, Henrietta Schaubertius 
[EWO] Einwohnerliste Köln 1801, Haus N° 5854, Vor St. Agathe/Schildergass, N° 756, Henrietta Schaubertius, 36 Jahre alt, Ehefrau von Franz Varnhagen 
[Biografie] Varnhagen Gesellschaft, Dr. Nikolaus Gatter, Maria Varnhagen (ca. 1770–zwischen 1850 und 1853), Ehefrau von Franz Anton Varnhagen. Sie führte tatsächlich nach seinem Tod das Privatschul-Unternehmen als Töchterschule in Düsseldorf (im Landesarchiv existiert eine Art Stundenplan) und laut einem Brief vom September 1817 in Köln weiter. 1829 war sie mit ihren Töchtern, von denen eine bereits verheiratet war, in Poppelsdorf und offenbar in großen Geldnöten, denen Karl August Varnhagen bei einem Besuch abzuhelfen versuchte. 1834 mit der unverheirateten jüngeren Tochter nach Mainz, die Mutter steht zuletzt 1850 als „Wb“=Wittib im Mainzer Adressbuch. Im Adressbuch von 1838 steht „Varnhagen v., Ense Maria, holländ. Major, Wb.", vielleicht führte Franz Varnhagen diesen Titel? Die Familie hatte Verbindungen nach Lüttich und nach Brüssel, die ich leider nicht näher aufklären kann. Sie beruft sich in ihrem Antrag an die Schulkomission in Düsseldorf übrigens auf eine Töchterschule der Maria Antoinetta Amalia Varnhagen geb. Hayrath / Heyrath, die diese ebenfalls in Düsseldorf geführt hatte.
  30.07.1791 Köln
[IGI] [Heiratsbuch] Köln, Sankt Kolumba Katholisch, Heirat am 30.07.1791 zwischen Franciscum Varnhagen und Mariam Annam Schubert  
[EWO] Einwohnerliste Köln 1799, Haus N° 5854, Vor St. Agathe/Schildergass, N° 757, Franz Varnhagen, 37 Jahre alt, Sprachlehrer, seit 1788 in Köln ansässig, aus Düsseldorf, N° 756, Henrietta Schaubertius, 36 Jahre alt, Ehefrau, N° 759, Carolina, unter 12 Jahre alt, Kind, N° 760, Elisabeth, unter 12 Jahre alt, Kind 
2 Kinder
Carolina Varnhagen
* 1793 rk    
[EWO] Einwohnerliste Köln 1801, Haus N° 5854, Vor St. Agathe/Schildergass, N° 760, Carolina, unter 12 Jahre alt, Kind von Franz Varnhagen und Henrietta Schaubertius 
[Biografie] Varnhagen Gesellschaft, Dr. Nikolaus Gatter, Caroline Magdalena Varnhagen, (1793–nach 1848), Tochter von Franz Anton Varnhagen und Maria Varnhagen, heiratet nach 1817 und vor 1829 den 1801 geadelten, später erblindeten und vielleicht deshalb 1808 pensionierten sächsischen Hauptmann Friedrich August von Heintze (um 1769–1846), hat laut H. A. Verlohren: Stammregister und Chronik des Kur- und Königlich Sächsischen Armee von 1670 bis zum Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, Leipzig 1910, S. 271 „nach 1814 die Pension nicht mehr erhoben“. Dieser Heintze wurde auf dem Berliner Garnisonfriedhof begraben. 
[Adressbuch] Winckler: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen auf das Jahr 1848: v. Heintze, geb. Varnhagen v. Ense, verw. Hauptmann, Kesselstr. im Götzeschen Hause 
[Adressbuch] Berlin 1850, Witwe Heinze, Rentiere, Dorotheenstr. 34, Anmerkung: danach keine Nennung mehr in den Berliner Adressbüchern
mit Friedrich August von Heintze
Gabriele Elisabetha Charlotta Varnhagen
* 31.05.1795 rk Köln   
[IGI] [Taufbuch] Sankt Kolumba Katholisch, Gabriel Elisabetha Charlotta Varnhagen, Taufe 31.05.1795 Köln, Tochter von Francisci Varnhagen und Antonettae De Schuback 
[EWO] Einwohnerliste Köln 1801, Haus N° 5854, Vor St. Agathe/Schildergass, N° 760, Elisabeth, unter 12 Jahre alt, Kind von Franz Varnhagen und Henrietta Schaubertius 
[Biografie] Varnhagen Gesellschaft, Dr. Nikolaus Gatter, Elise Varnhagen (1795–nach 1861), schreibt am 22.10.1858 vom „letzten Tag ihres 63. Geburtsjahres“, so dass man vom 23.10.1795 ausgehen kann. Sie erhielt von Karl August Varnhagen regelmäßig Geldzahlungen und wurde ab und zu besucht. 1853 steht sie zuletzt als „Rentiere“ im Mainzer Adressbuch, 1859 unter der Adresse einer Stiftung in Mainz lebend. Es sind Bittbriefe von ihr bekannt an adlige Personen, denen sie Kunstwerke, v. a. Glasmalereien übereignet. Im Frühjahr 1861 letzter Brief an Karl August Varnhagens Nichte Ludmilla Assing.

 
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