Familienbuch Euregio

Lambert Weitz
* 23.10.1801 rk Pattern / Aldenhoven    + 28.05.1858 Volkershoven
Dr. theol. Johann Lambert Severin Weitz 
Beruf: Katholischer Geistlicher, Pfarrer, Regens, Domkapitular 
Regens (Präses) des Priesterseminars und Domkapitular in Köln 
Ritter des Roten Adlerordens 
[Heiratsurkunde] der Schwester Maria Margaretha Weitz, 1824, als Zeuge genannt: Lambert Weitz, 22 Jahre (*1802R), Geistlicher, Pattern, Bruder der Braut 
[Hecker] Priesterseminar, S.159-163, Dr. theol. Joh. Lambert Severin Weitz, 13. Präses, 1833-1851, *23.10.1801 Pattern, Humaniora privatim, zeitweise am Gymnasium in Düren, 3 Jahre Theologiestudium in Bonn; 1822 Besuch der Vorlesungen im Seminar als Extraneus, 1823 Zivilreifeprüfung; 22.05.1823 Eintritt ins Seminar; 28.05.1825 Priesterweihe in Münster; anschließend Vikar in Dahlen (M.-Gladbach-Rheindahlen); 1826 Vikar an St. Dionysius in Krefeld; 01.10.1830 Pfarrer in Wesseling; 1832 Besuch von Priesterausbildungsanstalten in Bayern und Österreich im Auftrag des Erzbischofs v. Spiegel; 05.11.1833 Präses des Priesterseminars; 22.11.1834 Domkapitular in Köln; 1837 Vorlesungsverbot für die Vorlesungen von Weitz und Gau durch Erzbischof Clemens August zu Droste-Vischering, Aufhebung des Verbots nach Beschwerde der Seminardozenten beim Kultusminister, Unterwerfungserklärung der Dozenten inbezug auf die päpstliche Verurteilung der Lehre von Hermes; 1842 Erneuerung der Unterwerfungserklärung auf Veranlassung des Koadjutors v. Geissel; 1844 Widmung eines silbervergoldeten Messkelches als Geschenk der Seminaralumnen an ihren Präses zum 10-jährigen Präsesamt; 24.10.1851 Enthebung vom Präsesamt infolge eines Schlaganfalls; 28.05.1858 in Pattern verstorben, beigesetzt in Pattern. 
Lambert Weitz war mit Andreas Gau eng befreundet. Sie haben gemeinsam ihr Theologiestudium an der Universtität in Bonn durchgeführt, waren beide begeisterte Schüler von Prof. Hermes und gehörten dem gleichen Weihejahrgang an. Als Weitz die Regensstelle im Priesterseminar in Köln antrat, war Gau dort Subregens. 
Lambert Weitz stiftete 1846 ein Wegekreuz gegenüber dem Gut Volkershoven bei Langweiler, das der Familie Weitz gehörte und das von seiner Schwester Margaretha und deren Ehemann Heinrich Offergelt bewirtschaftet wurde. 
[Sterbeurkunde] Aldenhoven 52/1858, Johann Lambert Severin Weitz, +28.05.1858, Dr. der Theologie, Ritter des Rothen Adler Ordens IV. Classe, Domkapitular, wohnhaft in Cöln; 57 Jahre (*1801R), geb. in Pattern; Sohn von Wilhelm Weitz, Gutsbesitzer, und Maria Catharina Ruben, wohnhaft in Pattern; Zeugen: Anton Schönen, 31 Jahre, Okonomie Verwalter, Volkershoven, Nachbar des Verstorbenen; Johann Mommertz, 54 Jahre, Schlosser, Langweiler, Bekannter des Verstorbenen; Randvermerk: Auf Grund des Art. 80 der Civilgesetzgebung ist dem Ober Bürgermeister-Amte in Cöln Abschrift mitgetheilt worden. Aldenhoven, den 28. May 1858, der Bürgermeister. 
[Totenzettel] Christlich-frommes Andenken an den hochwürdigen Herrn Johann Lambert Severin Weitz, Dr. der Theologie, Capitular der Metropolitan-Domkirche zu Köln und Ritter des Rothen Adler-Ordens. – Der Selige war geboren in der Pfarre Pattern, Kreis Jülich, den 23. October 1801. Früh reifte in dem mit geistigen Anlagen reich begabten und mit einer durch frommen häuslichen Erziehung beglückten Jüngling der Entschluß die priesterliche Laufbahn zu betreten. Nach genossenem Vorbereitungs-Unterrichte zu Aldenhoven absolvirte derselbe mit einem vom rühmlichsten Erfolge gekrönten Fleiße das Gymnasium zu Düren und den theologischen Cursus an der Hochschule zu Bonn, wo er bereits durch Vielseitigkeit und Gründlichkeit des Wissens die Aufmerksamkeit der akademischen Lehrer auf sich zog. Zwei Jahre im Priester-Seminar zu Köln vorbereitet, empfing derselbe die h. Priesterweihe den 28. Mai 1825. Aus seinem ersten Wirkungskreise zu Dahlen ward er schon nach einem Jahre zu einer Vicarienstelle in Crefeld abberufen. Dieser umfangreiche, vielgestaltige Wirkungskreis bot ihm vier Jahre lang Gelegenheit, seine theologische Tüchtigkeit in der praktischen Seelsorge zu bewähren und auszubilden. Sowohl in Crefeld als in Wesseling, wo er demnächst einige Jahre die Pfarrstelle bekleidete, hat ihm sein eben so liebevolles als seeleneifriges Wirken ein bleibendes Denkmal in den Herzen seiner Pflegebefohlenen errichtet. Der demüthige Priester ahnte in seiner Bescheidenheit nicht, daß der Herr des Weinberges ihm einen höheren Posten zugedacht hatte. Im Jahre 1834 übertrug ihm der Hochselige Erzbischof Ferdinand August – zugleich mit der Verleihung eines Canonicates an der Metropolitan-Domkirche – die in das kirchliche Leben des Diözesan-Clerus eingreifenste Stelle eines Präses am erzbischöflichen Clerical-Seminar. Seine bis zum Jahre 1852 fortgesetzte Wirksamkeit an diesem einflußreichen Posten hat es betätigt, daß dem Vorstande der geistlichen Pflanzstätte die, zumal von unserer durch Unglauben durchsäuerten Zeit, dringend gebotenen Aufgabe: der katholischen Pietät und dem lebendigen Glauben in dem Geiste und Gemüthe der Bildner des christkatholischen Volkes durch gründliche theologische Wissenschaft die tiefere Unterlage zu bereiten – klar vorgeschwebt hat. Die von ihm in dem Geist der jungen Cleriker ausgestreute Saat mußte umso tiefere Wurzel schlagen, als das sein Päses-Amt dirigierende Princip einer Johanneischen Liebe, begleitet von einem kindlichen Gemüthe und einem äußerst humanem Charakter, ihm die Herzen aller seiner Zöglinge gewonnen hatte. Ihnen Allen, die je seiner Leitung anvertraut waren, wird sein Bild in liebendem Andenken eingeprägt bleiben. Der hier und dort beseligendeste Lohn! – Ein Schlaganfall, der den Seligen im Januar des Jahres 1851 traf, nöthigte ihn, bald darauf seine Präsesstelle nieder zu legen. Seine Kraft war gebrochen, so daß er nunmehr überhaupt von den öffentlichen Geschäften sich zurückziehen mußte. Mehrere Jahre geistig und physisch leidend ließ der große Fond priesterlicher Frömmigkeit über die Mühen und Dornen des Lebens siegen, so daß selbst die ihm eigene kindliche Heiterkeit bis zu den letzten Lebenstagen nicht getrübt werden konnte. Im Monat April diese Jahres zog er sich nach seiner Heimat dem Gute Volkershoven zurück, um unter liebender Pflege seiner einzigen Schwester wo möglich die schwindenden Kräfte zu starken. Der Herr wollte es in seiner Fürsicht anders; den Vielgeprüften nahm er durch einen sanften Tod zu Sich in der dritten Morgenstunde des 28. Mai 1858, gerade an dem Tage, wo er vor 33 Jahren zum Priester geweiht ward. Musterhafte Geduld und auferbaulich-gläubiger Empfang der heiligen Sterbe-Sacramente krönten das Ende eines edlen Menschen - eines tugendhaften Christen – eines weisen und frommen Priesters. – Ein solcher war der Selige, dessen Seele dem frommen Memento seiner Amtsbrüder und vor Allem seiner unzähligen ehemaligen Schüler empfohlen wird, auf daß der Herr der Hirten den, welchen Er hienieden zur Würde des apostolischen Priesterthums berufen hatte, dort oben der Schaar der apostolischen Priester in ewiger Wonne zugesellen möge. Amen! Er ruhe im Frieden. – Druck von M. DuMont-Schauberg in Köln.
Eltern: Johann Wilhelm Weitz und Maria Catharina Rüben
Sterbeurkunde Johann Lambert Severin Weitz 1858
Totenzettel Johann Lambert Severin Weitz 1858
Wegekreuz, gestiftet von der Familie Weitz 1846
Link: Geschichtsfreunde RheinDahlen: Kapläne des 19. und 20. Jahrhunderts in St. Helena

 
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