Familienbuch Euregio

Erich Fromm
* 23.03.1900 jd Frankfurt am Main    + 18.03.1980 Muralto
Beruf: Philosoph, Sozialpsychologe, Psychoanalytiker 
[Wikipedia] Erich Fromm (* 23.03.1900 in Frankfurt am Main; † 18.03.1980 in Muralto, Schweiz) war ein deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. Bereits seit Ende der 1920er Jahre vertrat er einen humanistischen, demokratischen Sozialismus. Seine Beiträge zur Psychoanalyse, zur Religionspsychologie und zur Gesellschaftskritik haben ihn als einflussreichen Denker des 20. Jahrhunderts etabliert, auch wenn er in der akademischen Welt oft gering geschätzt wurde. Viele seiner Bücher wurden zu Bestsellern, insbesondere Die Kunst des Liebens aus dem Jahre 1956 sowie Haben oder Sein von 1976. Seine Gedanken wurden auch außerhalb der Fachwelt breit diskutiert. 
Erich Fromm stammte aus einer streng religiösen jüdischen Familie in Frankfurt, aus der zahlreiche Rabbiner hervorgegangen waren. Auch er wollte ursprünglich diese Laufbahn einschlagen. 1918 machte er sein Abitur am Wöhler-Realgymnasium und studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt, wechselte dann zum Soziologiestudium nach Heidelberg und promovierte dort 1922 bei Alfred Weber über Das jüdische Gesetz. In dieser Zeit engagierte er sich im K.J.V., einem Organisationsverband zionistischer Studentenverbindungen. Später wandte er sich von der Idee des Zionismus ab. Bis 1925 hatte er am Talmudunterricht bei Rabbi Rabinkow teilgenommen. 
1926 heiratete Erich Fromm die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann. Ende der 1920er Jahre begann er am Berliner Psychoanalytischen Institut bei einem nichtärztlichen Freud-Schüler, dem Juristen Hanns Sachs, eine Ausbildung zum Psychoanalytiker. In dieser Zeit gaben er und seine Frau ihre orthodox-jüdische Lebensweise auf. Ab 1929 praktizierte Fromm, da er kein Mediziner war, als sogenannter Laienanalytiker in Berlin. 
Ab 1930 war er für das Frankfurter Institut für Sozialforschung als Leiter der Sozialpsychologischen Abteilung tätig. Zugleich gehörte er dem Berliner Zirkel marxistischer Psychoanalytiker um Wilhelm Reich und Otto Fenichel an und trug mit einigen Publikationen zur Theoriebildung des Freudomarxismus bei. 1931 trennte er sich von Frieda Reichmann, blieb ihr jedoch weiterhin freundschaftlich verbunden (Scheidung erst 1942). 
Nach der Machtergreifung Hitlers verließ er das nationalsozialistische Deutschland, zog zunächst nach Genf und emigrierte im Mai 1934 in die Vereinigten Staaten, wo er an der Columbia University in New York tätig war. Ende 1939, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, trennte er sich nach verschiedenen Konflikten vom Institut für Sozialforschung, nachdem er über viele Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter gewesen war. Er wurde am 25.05.1940 US-amerikanischer Staatsbürger. 1944 heiratete er die deutsch-jüdische Emigrantin Henny Gurland. 
1950 siedelte er nach Mexiko-Stadt über und lehrte an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM). Nachdem seine Frau Henny 1952 überraschend gestorben war, heiratete er 1953 die US-Amerikanerin Annis Freeman. 
Ab 1957 beteiligte er sich an der US-amerikanischen Friedensbewegung. Das FBI führte eine mehr als 600 Seiten umfassende Akte über ihn. 1965 wurde Fromm emeritiert; 1974 verlegte er seinen Wohnsitz nach Muralto (Kanton Tessin, Schweiz). 
In den Jahren 1966, 1977 und 1978 erlitt Fromm jeweils einen Herzinfarkt. Infolge eines weiteren Herzinfarkts starb er 1980, wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag und vor dem Erscheinen der zehnbändigen Gesamtausgabe seiner Werke. Erich Fromm wurde in Bellinzona (Schweiz) beigesetzt. 
oo 2) 1944 mit Henny Gurland 
oo 3) 1953 mit Annis Freeman
Eltern: Naphtali Fromm und Rosa Krause
Link: Wikipedia - Erich Fromm 1900 - 1980
Link: Erich Fromm - Biografie in Jüdische Geschichte und Kultur
Frieda Reichmann
* 23.10.1889 jd Karlsruhe    + 28.04.1957 Rockville
Beruf: Ärztin, Psychoanalytikerin 
[Wikipedia] Frieda Fromm-Reichmann (* 23.10.1889 in Karlsruhe; † 28.04.1957 in Rockville, Maryland) war eine deutsch-US-amerikanische Ärztin und Psychoanalytikerin. Sie gilt als Pionierin der analytisch orientierten Psychotherapie von Psychosen und Vertreterin der Neopsychoanalyse. 
Frieda Fromm-Reichmann wurde als älteste Tochter einer jüdischen Bankiersfamilie geboren, ihre Tante war die Sozialreformerin Helene Simon. Da ihre Eltern, Alfred und Klara Reichmann, keine Söhne hatten, erlaubten sie ihrer Ältesten mehr, als andere jüdisch-orthodoxe Frauen zu jener Zeit durften. Ihr Vater ermutigte sie, Medizin zu studieren. Frieda schrieb sich 1908 an der Medizinischen Fakultät von Königsberg ein, wo sie 1911 das Staatsexamen und die Promotion zum Dr. med. bestand. 1914 erhielt sie ihre Approbation. Während des Ersten Weltkrieges behandelte sie als Assistentin des Neurologen und Psychiaters Kurt Goldstein an der Nervenklinik der Universität Königsberg gehirnverletzte deutsche Soldaten. 
Von 1918 bis 1920 arbeitete sie in Frankfurt am Main, bis 1923 im Privatsanatorium „Weißer Hirsch“ in Dresden und anschließend in Berlin. Während einer Hospitation bei Emil Kraepelin in München begann sie eine Psychoanalyse, die sie 1923 in eine Lehranalyse bei Hanns Sachs am Berliner Psychoanalytischen Institut umwandelte. 
Im Jahr darauf eröffnete sie in Heidelberg ein privates Sanatorium, das aufgrund seiner jüdisch-orthodoxen Ausrichtung und der entsprechenden Auswahl der Patienten gelegentlich ironisch als „Thorapeuticum“ bezeichnet wurde. Hier behandelte sie auch psychotische Patienten. Das Institut musste 1928 nicht zuletzt aus finanziellen Gründen schließen. 
Während ihrer Heidelberger Zeit hatte sie 1926 Erich Fromm geheiratet, der zuvor ihr Analysand gewesen war. Die beiden hatten sich im Laufe der Analyse ineinander verliebt und waren, nach Aussage von Frieda, immerhin klug genug, um damit aufzuhören. Mit ihm zusammen gründete sie 1929 das Frankfurter Institut für Psychoanalyse. Um 1930 gehörte sie mit Franz Alexander, Otto Fenichel, Erich Fromm, Georg Groddeck, Karen Horney, Melanie Klein, Sándor Radó, Hanns Sachs und René A. Spitz zur Berliner psychoanalytischen Vereinigung. 1931 kam es zur Trennung von Erich Fromm. Die Ehe wurde 1942 in den USA geschieden. 
1933 emigrierte Frieda Fromm-Reichmann über Straßburg und Palästina in die USA, wo sie als Psychotherapeutin in der von Dexter M. Bullard geleiteten Psychiatrischen Klinik Chestnut Lodge in Rockville, Maryland arbeitete. Dort lernte sie Harry Stack Sullivan kennen, von dessen interpersoneller Theorie sie stark beeinflusst wurde. 1943 gründete sie mit Harry Stack Sullivan, Erich Fromm, Clara Thompson und Janet Rioch das William Alanson White Institute of Psychiatry, Psychoanalysis and Psychology. Sie lehrte an der Washington School of Psychiatry und arbeitete als Director of Psychotherapy in Chestnut Lodge bis zu ihrem Tode. 
Ihr letztes Projekt war eine von ihr konzipierte Forschungsgruppe zum Thema „Sprache und Psychotherapie“ in Buffalo, an der auch Gregory Bateson teilnahm. Hier sollte ein interdisziplinärer Austausch zwischen Psychiatern und Linguisten stattfinden, der sich umfassend mit den verbalen und nonverbalen Aspekten schizophrener Zustände befasste, um deren Mitbedingtheit durch familiäre Kommunikation zu erkunden. 
Ihre bekannteste Patientin war die spätere Schriftstellerin Joanne Greenberg, die unter dem Pseudonym Hannah Green das autobiografische Buch Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen über ihre Krankheit und die therapeutische Heilung mit Frieda Fromm-Reichmann schrieb. Das Buch wurde 1977 verfilmt, und unter demselben Namen entstand 2004 ein Theaterstück. 
Fromm-Reichmanns Schülerin Hilde Bruch wurde als Spezialistin für Essstörungen weltweit bekannt.
Eltern: Alfred Reichmann und Klara Simon
Link: Wikipedia - Frieda Fromm-Reichmann 1889 - 1957
  1926
[Wikipedia] Heirat im Jahr 1926 zwischen Erich Fromm und Frieda Reichmann.  

 
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