Familienbuch Euregio

Franz Josef Acker
* 18.10.1903 rk     + 26.06.1943 Sachsenhausen / Oranienburg
Beruf: Koch, Küchenchef 
[Wikipedia] Franz Josef Acker, *18.10.1903, Koch und Küchenchef aus einer katholischen Familie, Heirat 1930 mit Lissi Kaufmann, war bereits 1930 antisemitischen Anfeindungen wegen seiner Ehefrau ausgesetzt. 1935 musste er die Arbeitsstelle wechseln, weil er als Ehemann einer Jüdin den Ausbildungsberuf als Küchenchef nicht mehr ausüben durfte. Die Gestapo forderte ihn auf, sich von seiner Frau zu trennen, selbst Lissi bot ihm diese Lösung an, doch für ihn kam nicht einmal eine Scheintrennung in Frage, weil ihm klar war, dass er damit die Sicherheit seiner Frau gefährden würde. Repressionen gegen die „Mischehen“ in Hamburg-Harburg und in Bremerhaven führten dazu, dass Acker nunmehr allein nach Köln, später nach Saarbrücken und Potsdam ging um den Lebensunterhalt zu verdienen, während Mutter und Kind in Hamburg blieben. An seinem letzten Arbeitsplatz in Potsdam legte Acker in seiner offenen Art einem Küchenjungen nahe, sich „lieber für seine Ausbildung zu interessieren, statt seine Freizeit bei den Mördern zu verbringen“. Mit Mördern meinte er die Hitlerjugend. Die Gestapo verhaftete ihn am 13. Februar 1943 aus der Küche heraus und brachte ihn noch am selben Tag in das KZ Sachsenhausen. Dem letzten Brief von Acker an seine Frau ist zu entnehmen, dass er von ihrer neuerlichen Schwangerschaft wusste. Freilich erlebte Acker die Geburt seiner Tochter nicht. Er wurde im Juni 1943 im KZ ums Leben gebracht. 
Opfer der Shoa
Lissi Kaufmann
* jd Hamburg    + Hamburg
[Wikipedia] Lissi Kaufmann jüngste Tochter von Jacob Kaufmann und Franziska Cohn, heiratete 1930 Franz Josef Acker, einen Koch und Küchenchef aus einer katholischen Familie, bekam 1933 einen Sohn und lebte mit Mann und Kind ebenfalls überwiegend in Barmbek, in der Nähe ihrer elterlichen Familie. Nachdem die Gestapo ihren Mann aufforderte, sich von seiner Frau zu trennen, bot selbst Lissi ihm diese Lösung an; doch für ihn kam nicht einmal eine Scheintrennung in Frage, weil ihm klar war, dass er damit die Sicherheit seiner Frau gefährden würde. Der Versuch eines Pfarrers, Lissi zum Übertritt zum katholischen Glauben zu bewegen, wurde von ihr abgelehnt. Franz’ in den USA lebende Brüder boten an, sich für die Auswanderung der Familie nach Amerika einzusetzen, doch Lissi schreckte davor zurück, ihre Mutter zu verlassen. Kurz vor der Deportation ihres Mannes nach Sachsenhausen wurde Lissi mit ihrer jüngsten Tochter schwanger, die geboren wurde, nachdem dieser bereits im KZ Sachsenhausen umgekommen war. Lissi und ihre Kinder haben letztlich als einzige das NS-Regime überlebt; der Deportationsbefehl für jüdische Frauen aus „Mischehen“ im Februar 1945 erreichte sie nicht.
Eltern: Jacob Kaufmann und Franziska Cohn
  1930
[Wikipedia] Heirat 1930 zwischen Franz Josef Acker und Lissi Kaufmann 

 
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