Familienbuch Euregio

Karl I von Habsburg-Lothringen
* 17.08.1887 Persenbeug-Gottsdorf    + 01.04.1922 Funchal
Karl I. von Österreich-Ungarn 
Kaiser von Österreich, König von Ungarn, Kroatien und Böhmen 
[Wikipedia] Karl I. Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Otto Maria von Österreich-Ungarn, *17.08.1887 auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich, †01.04.1922 in Funchal auf Madeira, war von 1916 bis 1918 der letzte Kaiser von Österreich und als Karl IV. König von Ungarn und Kroatien und als Karel III. König von Böhmen. 2004 wurde er durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Karl war der älteste Sohn von Erzherzog Otto und Maria Josepha Luise von Sachsen. Sein Großvater Erzherzog Karl Ludwig, nach dem Selbstmord von Kronprinz Rudolf Thronfolger, war ein Bruder von Kaiser Franz Joseph I. Am 13. Juni 1911 verlobte sich Karl in der Villa delle Pianore bei Lucca mit Zita von Bourbon-Parma, die er am 21. Oktober des gleichen Jahres in Schloss Schwarzau am Steinfeld (Niederösterreich) heiratete. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Karl ließ sich bereits am 30. Dezember als „Karl IV.“ zum König von Ungarn krönen. Karl I. wurde am 11. November 1918 von Ministern seiner letzten k.k. Regierung, des sogenannten Liquidationsministeriums unter Heinrich Lammasch, auf Drängen Staatskanzler Karl Renners und anderer deutschösterreichischer Politiker dazu bewogen, in der österreichischen Reichshälfte auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften zu verzichten und seine – inzwischen funktionslos gewordene – Regierung ihres Amtes zu entheben. Er enthob damit auch alle Beamten und Offiziere ihres dem Kaiser geleisteten Treueeides. Der Kompromiss vermied verbal die vor allem von Kaiserin Zita strikt abgelehnte Abdankung. Mit einer ähnlichen Erklärung verzichtete Karl am 13. November auf Schloss Eckartsau auf Wunsch ungarischer Spitzenpolitiker auf die Ausübung seiner Staatsgeschäfte in Ungarn. Auch dort dankte er aber nicht formell ab. Karl begab sich noch in der Nacht vom 11. auf den 12. November 1918 mit seiner engsten Familie auf Schloss Eckartsau im Marchfeld, das damals im Unterschied zu Schönbrunn habsburgischer Privatbesitz war. Der britische König Georg V. wollte ihm das Schicksal des russischen Zaren Nikolaus II. ersparen und ließ ihn dort vom britischen Oberstleutnant Edward Lisle Strutt beschützen. Nach einer kurzen Internierung in der Abtei Tihany am Balaton wurde Karl am 1. November 1921 mit seiner Frau Zita an Bord des britischen Donauschiffes Glowworm bis zum Schwarzen Meer und dann auf dem britischen Kreuzer Cardiff über Gibraltar auf die portugiesische Insel Madeira verbannt. Karls und Zitas Kinder kamen erst am 2. Februar 1922 bei ihren Eltern an. Am 1. April 1922 starb Karl knapp fünfunddreißigjährig. An seiner Beisetzung am 5. April nahmen etwa 30.000 Personen teil. Sein Leichnam wurde in der Kirche Nossa Senhora in Monte begraben. Sein Herz wird seit 1971 hinter dem Altar der Loretokapelle im Kloster Muri (Schweiz) aufbewahrt, wo sich auch die Familiengruft seiner Nachkommen befindet. Seit der Beisetzung von Zita 1989 in der Wiener Kapuzinergruft ist dort ein Platz für Karls I. Sarg reserviert. Seine Familie, vor allem sein Sohn Otto von Habsburg, nahm aber die Überführung nach Wien nicht vor, da Otto dies als Affront gegenüber der Bevölkerung von Madeira ansah, die seinem Vater in den letzten Lebensmonaten sehr geholfen hatte. Seit der Seligsprechung Karls I. hat seine Begräbnisstätte in Monte bei Funchal für die dortige Bevölkerung noch an Bedeutung gewonnen.
Eltern: Otto von Habsburg-Lothringen und Maria Josepha von Sachsen
Link: Karl I von Österreich-Ungarn in Wikipedia
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Zita von Bourbon-Parma
* 09.05.1892 Capezzano Pianore    + 14.03.1989 Zizers
Kaiserin von Österreich, Apostolische Königin von Ungarn 
[Wikipedia] Zita Maria delle Grazie Adelgonda Micaela Raffaela Gabriella Giuseppina Antonia Luisa Agnese delle Grazie von Bourbon-Parma, *09.05.1892 in CamaioreItalien (Ortsteil Capezzano Pianore), †14. März 1989 in Zizers/Schweiz, war als Ehefrau Karls I. von 1916 bis 1918 letzte Kaiserin von Österreich und bis 1921 Apostolische Königin von Ungarn. Zita war die Tochter von Robert von Parma und seiner zweiten Frau Infantin Maria Antonia von Portugal. Am 13. Juni 1911 fand in der väterlichen Villa delle Pianore bei Lucca, in der Zita geboren wurde, die Verlobung der 19-jährigen Prinzessin mit dem 24-jährigen Erzherzog Karl von Österreich statt, der nach dem Tod seines Vaters 1906 zur Nummer 2 in der Thronfolge nach Franz Ferdinand von Österreich-Este aufgerückt war. Am 21. Oktober 1911 wurde im Schloss Schwarzau am Steinfeld Hochzeit gefeiert. Nach dem Mord an Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo war Karl automatisch Thronfolger. Als Franz Joseph I. nach seiner Kriegserklärung, die zum Ersten Weltkrieg führte, Karl im August 1914 Aufgaben bei der k.u.k. Armee übertrug, die ihn immer wieder längere Zeit aus Wien wegführten, holte der Kaiser Zita und die Kinder, angeblich aus Sicherheitsgründen, zu sich ins Schloss Schönbrunn. Als Franz Joseph am 21. November 1916 starb, war Karl ex lege Kaiser von Österreich (Karl I.) und König von Ungarn und Böhmen. Zita wurde, wie alle Kaisergattinnen vor ihr, als Kaiserin und Königin bezeichnet, obwohl ihr staatsrechtliche Aufgaben nicht zukamen. Am 23. März 1919 reisten Karl und Zita Habsburg-Lothringen mit ihrer Familie von Eckartsau per kaiserlichem Hofzug und mit militärischen Ehren verabschiedet ins Exil in der Schweiz ab und trafen dort am 24. März ein. Am 19. November 1921 wurde das Ehepaar nach Madeira verbannt. Ende Januar 1922 wurde der schwangeren Zita erlaubt, ihre Kinder aus der Schweiz zu holen. Mit allen Kindern, ausgenommen Robert, traf sie am 2. Februar 1922 wieder in Funchal ein. Am 1. April 1922 starb Karl an den Folgen einer Lungenentzündung. Ab diesem Zeitpunkt trug Zita nur mehr schwarze Kleidung. Zita wurde Vormund für den neuen Thronprätendenten Otto. Die nunmehr dreißigjährige Witwe musste allein für ihre sieben Kinder (das achte Kind wurde zwei Monate nach dem Tod Karls geboren) sorgen. Die Verbannung war mit Karls Tod gegenstandslos geworden. Am 31. Mai 1922 siedelte Zita mit den Kindern in die Villa Uribarren in Lequeitio im Baskenland über. 1966 konnte Otto Habsburg-Lothringen nach einem zu seinen Gunsten ausgefallenen Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes zum ersten Mal nach Österreich zurückkehren. Er hatte bereits am 31. Mai 1961 gegen den Willen seiner Mutter auf seine persönlichen Thronrechte und auf die Zugehörigkeit zum Hause Habsburg-Lothringen verzichtet, um wieder nach Österreich einreisen zu dürfen. Im Frühjahr 1982 konferierte anlässlich Zitas 90. Geburtstag der spanische König Juan Carlos mit dem damaligen Bundeskanzler Kreisky in dessen Feriendomizil auf Mallorca, um für Zita, die weiterhin die Abgabe einer Verzichtserklärung kategorisch ablehnte, die Rückkehr nach Österreich möglich zu machen. Im November 1982 kehrte sie als Neunzigjährige nach dreiundsechzigjährigem Exil in das Land zurück, das sie 1919 verlassen hatte. Nach ihrem Tod 1989 wurde der Sarg mit dem einbalsamierten Leichnam Zitas nach Österreich überführt und in der Wiener Kapuzinergruft feierlich beigesetzt. Das Herz wird bei dem ihres Mannes in der Loretokapelle des Klosters Muri in der Schweiz aufbewahrt, wo sich auch die Familiengruft ihrer Nachkommen befindet.
Eltern: Robert von Bourbon-Parma und Maria Antonia von Braganza
Link: Zita von Bourbon-Parma in Wikipedia
Link: Video Begräbnis Kaiserin Zita am 01.04.1989 in Wien
Link: Video Kaiserhymne anlässlich der Beerdigung von Zita am 01.04.1989
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  21.10.1911 Schwarzau am Steinfeld
[Wikipedia] Heirat am 21. Oktober 1911 im Schloss Schwarzau am Steinfeld zwischen Karl von Österreich und Zita von Bourbon-Parma  
8 Kinder
Otto Habsburg-Lothringen
* 20.11.1912 Reichenau an der Rax    + 04.07.2011 Pöcking
Kronprinz von Österreich-Ungarn, Kronprinz von Ungarn 
Beruf: Schriftsteller, Publizist und Politiker 
[Wikipedia] Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn, *20.11.1912 in Reichenau an der Rax, †04.07.2011 in Pöcking, war ein österreichisch-deutscher Schriftsteller, Publizist und Politiker. Von 1916 bis 1918 war Otto Kronprinz Österreich-Ungarns, bis 1921 Kronprinz Ungarns. Er war von 1930 bis zum 1. Januar 2007 Oberhaupt der Familien Habsburg-Lothringen. Otto wurde 1912 in der Villa Wartholz in Reichenau an der Rax in Niederösterreich geboren. Als erstgeborener Sohn der damaligen Nummer zwei in der Thronfolge, des späteren Kaisers Karl I., und seiner Ehefrau Zita und als Kronprinz wurde Erzherzog Otto auf eine zukünftige Herrscherrolle vorbereitet. Am Ende des ersten Weltkriegs wurde die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn aufgelöst. In Nancy heiratete er 1951 Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen. Mit ihr hatte er sieben Kinder, 22 Enkelkinder und 2 Urenkelkinder. Die Einreise in die am 12. November 1918 ausgerufene Republik Österreich war ihm und den anderen Familienmitgliedern untersagt, so lange sie nicht auf die Zugehörigkeit zum Haus Habsburg-Lothringen und die aus ihr gefolgerten Herrschaftsansprüche verzichteten und sich als getreue Staatsbürger der Republik bekannten. Otto gab diese Erklärung gegen den Rat seiner Mutter im Mai 1961 ab, um als Europapolitiker nach Österreich einreisen zu können. Otto von Habsburg starb am 4. Juli 2011 im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Pöcking. Am 16. Juli 2011 wurde Otto Habsburgs Sarg in den Wiener Stephansdom überführt. Bei der Zeremonie wurde auf Wunsch der Familie Habsburg die „Kaiserhymne“ gespielt. In die Kapuzinerkirche wurde der Sarg erst nach einer in ähnlicher Form schon bei Ottos Mutter, Zita, 1989 durchgeführten Anklopfzeremonie eingelassen. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. An Habsburgs Seite wurde seine Frau Regina bestattet. Sein Herz wurde am nächsten Tag in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma beigesetzt.
∞ Nancy mit Regina von Sachsen-Meiningen
Link: Otto von Habsburg in Wikipedia
Link: Video Kaiserhymne anlässlich der Beerdigung von Otto von Habsburg am 16.07.2011
Link: Video über das Leben von Otto von Habsburg
Link: Todesanzeige Otto von Habsburg 2011
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Adelheid Habsburg-Lothringen
* 03.01.1914    + 02.10.1971
[Wikipedia] Adelheid Habsburg-Lothringen, *03.01.1914, +02.10.1971, war eine Tochter von Kaisers Karl I. und Zita von Bourbon-Parma.
Robert Habsburg-Lothringen
* 08.02.1915 Wien-Schönbrunn    + 07.02.1996 Basel
Robert von Österreich-Este 
Beruf: Bankier und Publizist 
[Wikipedia] Robert Karl Ludwig Maximilian Michael Maria Anton Franz Ferdinand Joseph Otto Hubert Georg Pius Johannes Marcus d'Aviano Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen und Herzog d’Este, *08.02.1915 auf Schloss Schönbrunn in Wien, +07.02.1996 in Basel, war Bankier, legitimistischer Funktionär und Publizist. Robert war der zweite Sohn von acht Kindern des letzten österreichischen Kaiserpaares und als Erzherzog von Österreich geboren. Am 29. Dezember 1953 heiratete Robert Habsburg in Bourg-en-Bresse Margherita von Savoyen-Aosta, Tochter von Amadeus, 3. Herzog von Aosta und Vizekönig von Abessinien, und dessen Gattin Anne Hélène Marie d'Orléans aus dem Hause Guise. Aus der Ehe gingen fünf Kinder sowie sechzehn Enkelkinder hervor. Robert Habsburg-Lothringen liegt in der Familiengruft der Habsburger in der Loretokapelle des Klosters Muri in der Schweiz begraben.
∞ Bourg-en-Bresse mit Margherita von Savoyen-Aosta
Link: Robert Habsburg-Lothringen
Felix Habsburg-Lothringen
* 31.05.1916 Wien-Schönbrunn    + 06.09.2011 San Angel / Mexiko-Stadt
[Wikipedia] Felix Friedrich August Maria vom Siege Franz Joseph Peter Karl Anton Robert Otto Pius Michael Benedikt Sebastian Ignatius Marcus d'Aviano, Erzherzog von Österreich, *31.05.1916 in Wien, 06.09.2011 in San Angel, Mexiko-Stadt, war das vierte Kind von Kaiser Karl I. in Österreich. Felix, noch auf Schloss Schönbrunn geboren, verbrachte nach der Abdankung seines Vaters 1918 seine Kindheit im Exil, in der Schweiz, in Portugal und auf der Insel Madeira. 1952 heiratete er Anna Eugenie Herzogin von Arenberg, mit der er sieben Kinder bekam. 2011 starb er als letztes Kind des ehemaligen Kaiserpaares, in der Todesanzeige wird er noch als „Erzherzog von Österreich, Prinz von Ungarn und Herzog von Bar“ bezeichnet. Das Grab von Felix Habsburg-Lothringen liegt in der Familiengruft der Habsburger in der Loretokapelle des Klosters Muri in der Schweiz, in der Nähe der Burg Habsburg.
mit Anna Eugenie von Arenberg
Link: Felix Habsburg-Lothringen in Wikipedia
Link: Letzter Kaisersohn Felix Habsburg gestorben
Carl Ludwig Habsburg-Lothringen
* Baden / Niederösterreich    + 11.12.2007 Brüssel
mit Yolande de Ligné
Link: Car Ludwig Habsburg-Lothringen in Wikipedia
Rudolph Habsburg-Lothringen
* Prangins    + 15.05.2010 Brüssel
mit Xenia Sergejewna Czernichew-Besobrasow
mit Anna Gabriele von Wrede
Link: Rudolph Habsburg-Lothringen in Wikipedia
Link: Kaisersohn Rudolph Habsburg-Lothringen gestorben
Charlotte Habsburg-Lothringen
+ 1989
mit Georg von Mecklenburg-Strelitz
Elisabeth Charlotte Habsburg-Lothringen
+ 1993
∞ Lignières mit Heinrich von und zu Liechtenstein

 
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